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xG im Fußball: Was Expected Goals sind und wie sie berechnet werden

xG bewertet jede Chance zwischen null und eins und sagt kein Ergebnis voraus. Worauf das Modell schaut, was ein Elfmeter wert ist und warum zwei Seiten verschiedene Werte zeigen.

Lucas G. de Moraes
Von Lucas G. de Moraes

5. September 2026 um 02:08

· 5 Min. Lesezeit

Von unserer KI-Redaktion verfasst, mit den Quellen abgeglichen und vor der Veröffentlichung vom Redakteur freigegeben. Redaktionelle Grundsätze

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xG im Fußball: Was Expected Goals sind und wie sie berechnet werden
KI-generiertes Bild · Soccer Addicted

2012 geschaffen, kam xG über die Tür der Analysten in den Fußball und steht heute in der Einblendung, in der Pressekonferenz des Trainers und in jeder Kneipendiskussion. Mitgekommen ist ein hartnäckiges Missverständnis: Viele glauben, die Zahl sage das Ergebnis voraus. Tut sie nicht. xG ist eine Qualitätsnote für einen Abschluss, vergeben nachdem er gefallen ist, und sie trennt die Mannschaft mit guten Gelegenheiten von der, die viel aus der Distanz geschossen hat. Opta selbst hält bei der Beschreibung der Kennzahl fest, dass Sender wie Sky Sports, die BBC-Sendung Match of the Day, beIN Sports und NBC sie übernommen haben.

Und es ist längst keine Analystenspielerei mehr. Die FIFA führte xG bei der Weltmeisterschaft 2022 als offizielle Kennzahl ein, als Teil eines Pakets von elf Statistiken namens Enhanced Football Intelligence, entwickelt vom Hochleistungsteam des Verbands unter Arsène Wenger. In Deutschland kam es sogar früher: xGoals feierte am 28. Spieltag der Saison 2019-20 Premiere in der Bundesliga-Übertragung und war die erste jener Statistiken, die die Liga heute Bundesliga Match Facts nennt.

Was die Zahl misst und auf welcher Skala

Expected Goals, kurz xG, messen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Abschluss zum Tor wird, indem sie ihn mit ähnlichen Abschlüssen aus der Vergangenheit vergleichen. Die Skala reicht von null bis eins: Null ist die unmögliche Chance, eins jene, die ein Spieler jedes Mal verwandeln würde. Opta, das die Kennzahl 2012 durch den Analysten Sam Green einführte, kalibriert das Modell mit fast einer Million Schüssen aus dem eigenen historischen Datenbestand.

Bei durchschnittlich 25 Torschüssen pro Spiel hält das Zählen nach Gefühl nicht stand, und der Gedanke ist ohnehin älter als das Kürzel. Wer sagt, der Stürmer treffe da neun von zehn Mal, beschreibt einen Abschluss mit hohem xG. Neu ist nur, dass daraus eine Zahl wird, die man addieren, vergleichen und über eine ganze Saison verfolgen kann, statt eines Eindrucks, über den sich streiten lässt.

Das Modell von Opta läuft auf einem maschinellen Lernverfahren namens XGBoost und betrachtet den Schuss nicht isoliert. Es gewichtet Entfernung zum Tor, Winkel, Art des Abschlusses, die vorangegangene Aktion und die Position des Torwarts. Dessen Entfernung dient als Näherung für seine Reaktionszeit, und das Modell berücksichtigt außerdem, ob er im Strafraum stand und die Hände einsetzen durfte.

Der Elfmeter ist die erklärte Ausnahme. Weil er der konstanteste Abschluss im Fußball ist, läuft er gar nicht durch das Modell: Er bekommt einen festen Wert, und Opta setzt 0,79 xG an, entsprechend der historischen Verwertungsquote. Das ist der beste Anker für Zuschauer. Eine Mannschaft, die mit wenig mehr als 0,79 xG endet, hat das Äquivalent eines Elfmeters erspielt und sonst fast nichts.

Was die Zahl misst und auf welcher Skala
Worauf das Modell schautHebt den xG-WertSenkt ihn
Entfernung zum Torim Fünfmeterraumvon außerhalb des Strafraums
Winkelfrontal vor dem Toreng an der Grundlinie
Art des Abschlussesmit dem Fuß, ohne Gegnerper Kopf, aus der Balance
Vorherige Aktionein Steckpasseine Flanke in den vollen Raum
Torwartweit heraus, außer Reichweitegut auf der Linie postiert

Die Distanz wiegt nicht aus Konvention am schwersten: Sie wiegt am schwersten, weil der Platz es zeigt. In der Ligaphase der Champions League 2025/26 fielen 487 Tore, 3,38 pro Spiel, und 82 Prozent davon aus dem Strafraum, mit 39 Prozent im zweiten Fünfmeterband, der sogenannten goldenen Zone, gegenüber 34 Prozent in der Vorsaison. Die UEFA misst auch den Gegnerdruck nach Radius statt nach Eindruck: hoher Druck bedeutet einen Gegner näher als anderthalb Meter am Schützen, mittlerer bei drei Metern, niedriger bei vier oder mehr. In der Ligaphase 2024/25 verteilten sich die Tore auf 33 Prozent bei hohem Druck, 36 bei mittlerem und 31 bei niedrigem.

Was xG nicht sagt

Nichts davon prognostiziert, wer gewinnt. Eine Mannschaft kann gute Chancen sammeln und trotzdem verlieren, und das entwertet die Zahl nicht: Sie beschreibt genau das, was passiert ist, nämlich viel erspielt und wenig verwertet. In einem einzelnen Spiel regiert der Zufall; verlässlich wird die Kennzahl erst, wenn sich Dutzende Partien stapeln.

Was xG nicht sagt
Ligaphase 2024/25ToreVon der UEFA veröffentlichter xG
Barcelona, erzielte Tore2815,27
Raphinha, Barcelona82,8
Julián Álvarez, Atlético Madrid62,3
Inter, Gegentore17,82 xG gegen

Sie beurteilt auch nicht die Entscheidung des Spielers. Ein Schuss von außerhalb des Strafraums mit niedrigem xG kann die richtige Wahl sein, wenn es keinen Pass gibt, und ein Traumtor bleibt ein Traumtor, selbst wenn die Chance dahinter als unwahrscheinlich galt. xG misst die Gelegenheit, nicht das Verdienst dessen, der sie löste.

Warum zwei Seiten verschiedene xG-Werte zeigen

Ein offizielles xG gibt es nicht. Jeder Anbieter trainiert sein eigenes Modell, mit eigener Datenbasis und eigenen Variablen, weshalb derselbe Abschluss je nach Rechner etwas anders herauskommt. Opta führt sogar ein eigenes Modell für den Frauenfußball, weil die Messung zeigte, dass die Entfernung dort anders wirkt: Mit dem Männermodell würden Abschlüsse aus der Nähe unterschätzt und solche aus der Distanz überschätzt.

Und die Abweichung lässt sich an einer einzigen Zahl messen. Die Bundesliga hat ein eigenes Modell, xGoals, und darin bekommt ein Elfmeter eine feste Wahrscheinlichkeit von 77 Prozent, zwei Hundertstel unter den 0,79 von Opta, die dieser Ratgeber gerade zitiert hat. Der Unterschied ist keine Nachlässigkeit: Das deutsche Modell wurde seit 2017 mit gut 40.000 Schüssen trainiert, fast fünfundzwanzigmal weniger als Optas Archiv von knapp einer Million Abschlüssen, und es betrachtet Variablen, die das andere nicht hat, etwa das Tempo des Spielers, die Zahl der Verteidiger in der Schusslinie und die Abdeckung des Torhüters. Zwei ehrliche Modelle, zwei verschiedene Zahlen für denselben Elfmeter.

Für Zuschauer ist die brauchbare Lesart einfach. Vergleichen Sie xG und Tore derselben Mannschaft über viele Spiele hinweg, nicht über eines; misstrauen Sie jeder Schlussfolgerung aus neunzig Minuten; und behalten Sie im Kopf, dass die Zahl die Chance beschreibt, die es gab, nicht die, die es bei gelungenem Pass gegeben hätte.

xG-Rechner: was eine Menge an Chancen wert ist

Geben Sie den xG-Wert jedes Abschlusses ein, von 0 bis 1. Die Summe ergibt die erwarteten Tore; die Wahrscheinlichkeit für mindestens ein Tor ist 1 minus die Wahrscheinlichkeit, dass alle Abschlüsse scheitern.

Erwartete Tore (Summe der xG)
0,55
Wahrscheinlichkeit für mindestens ein Tor
47 %
Wahrscheinlichkeit, torlos zu bleiben
53 %

Wie viele Tore, und wie wahrscheinlich

  • Kein Tor53 %
  • 1 Tor40 %
  • 2 Tore7 %
  • 3 oder mehr0 %

Die Rechnung behandelt jeden Abschluss als unabhängig von den anderen. Sie beschreibt die Chancen, die es gab, keine Vorhersage des Ergebnisses.

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Häufige Fragen

Was bedeutet xG im Fußball?
xG steht für Expected Goals: eine Note von null bis eins für jeden Abschluss, die misst, wie wahrscheinlich ein Tor war, verglichen mit ähnlichen Schüssen aus der Vergangenheit.
Wie viel ist ein Elfmeter in xG wert?
Opta gibt jedem Elfmeter einen festen Wert von 0,79 xG, entsprechend der historischen Verwertungsquote. Er läuft nicht durch das Modell, weil er der konstanteste Abschluss im Fußball ist.
Gewinnt immer die Mannschaft mit dem höheren xG?
Nein. xG beschreibt die erspielten Chancen, nicht das Ergebnis. In einem einzelnen Spiel entscheiden Verwertung und Zufall, und verlässlich wird die Zahl erst über Dutzende Partien.
Warum zeigt meine Seite einen anderen xG-Wert als das Fernsehen?
Weil es kein offizielles xG gibt. Jeder Anbieter trainiert sein eigenes Modell mit eigener Datenbasis und eigenen Variablen, deshalb erhält derselbe Abschluss leicht abweichende Werte.
Wer hat xG erfunden?
Die Kennzahl wurde 2012 von Opta eingeführt, durch den Analysten Sam Green, und wanderte seitdem von den Laptops der Analysten in die großen Übertragungen.

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