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VAR im Fußball: So funktioniert der Videobeweis

Was der VAR überprüfen darf, die Schwelle der klaren Fehlentscheidung, On-Field-Review und halbautomatisches Abseits: der Leitfaden zum Videobeweis.

Lucas G. de Moraes
Von Lucas G. de Moraes

14. August 2026 um 22:25

· 3 Min. Lesezeit

Von unserer KI-Redaktion verfasst und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Redaktionelle Grundsätze

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VAR im Fußball: So funktioniert der Videobeweis
KI-generiertes Bild · Soccer Addicted

VAR steht für Video Assistant Referee: ein ausgebildeter Schiedsrichter, der die Partie aus einem Video Operation Room verfolgt, Zugriff auf die Kameraperspektiven der Übertragung hat und den Unparteiischen auf dem Feld informiert, wenn eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung vorliegt. Der VAR ist kein zweiter Schiedsrichter und bewertet nicht jede Szene. Nach dem Protokoll 2026/27 ist sein Aufgabenbereich bewusst eng gefasst und die Eingriffsschwelle hoch: vier Kategorien spielentscheidender Situationen und eine fünfte, erst in dieser Fassung geschaffene, die jeder Wettbewerb einführen kann. Die endgültige Entscheidung trifft immer der Schiedsrichter auf dem Platz.

In der Praxis prüft der Videoassistent jede Aktion, die in eine dieser Kategorien fällt, still im Hintergrund. Die meisten Checks dauern Sekunden, im Stadion bemerkt sie niemand. Hält der VAR die Entscheidung für möglicherweise falsch, beginnt der Review. Entweder übernimmt der Schiedsrichter die per Funk übermittelte Information, was bei Tatsachenfragen wie Abseits üblich ist, oder er geht zum Monitor am Spielfeldrand. Das mit beiden Händen in die Luft gezeichnete Rechteck zeigt an, dass der Videobeweis gerade angewendet wird.

Die überprüfbaren Kategorien

Das Protokoll 2026/27, das am 1. Juli 2026 in Kraft trat, sieht für den VAR fünf Kategorien vor, vier davon in jedem Spiel, in dem er eingesetzt wird: Tor und Vergehen in der Entstehung, Strafstoßentscheidungen, Rote Karten und Spielerverwechslungen. Zu den Roten Karten zählt auch die Gelb-Rote Karte nach einer klar falschen zweiten Verwarnung, und eine Verwechslung bei Verwarnung oder Feldverweis ist für Spieler beider Mannschaften überprüfbar. Über die fünfte entscheidet jeder Wettbewerb selbst: den klar falsch gegebenen Eckstoß, sofern die Entscheidung sofort und ohne Verzögerung der Spielfortsetzung korrigiert werden kann. Hinzu kommt die Angriffsphase, die attacking possession phase: Der Check reicht nur bis zu dem Moment zurück, in dem die angreifende Mannschaft die Kontrolle über den Ball erlangt hat. Ein unmittelbar vorausgegangenes Foul annulliert das Tor, eine Szene mehrere Minuten davor jedoch nicht.

Der Fußball hat sich jahrzehntelang gegen Technik gesperrt und dafür mit berühmten Fehlurteilen bezahlt: die Hand Gottes bei der WM 1986, der nicht gegebene Treffer von Frank Lampard gegen Deutschland 2010, das Handspiel von Thierry Henry in einem WM-Playoff. Nach Testphasen Mitte der 2010er-Jahre schrieb das International Football Association Board den Videobeweis 2018 in die Spielregeln, die WM in Russland war die erste mit VAR. Bundesliga und Serie A hatten ihn bereits eine Saison zuvor eingeführt, gesteuert in Deutschland aus dem Kölner Keller.

Abseits und die Technik

Das Abseits erklärt, warum die Debatte so hitzig bleibt. Abseits ist eine Tatsachenentscheidung, die Schwelle der klaren Fehlentscheidung gilt hier also nicht: eine Fußspitze ist eine Fußspitze. Halbautomatische Systeme nutzen mehrere Tracking-Kameras und Gliedmaßenerkennung, um die Entscheidung zu berechnen und die bekannte dreidimensionale Animation deutlich schneller zu erzeugen, als es das manuelle Linienziehen erlaubte. Die Technik verkürzt Wartezeiten und erhöht die Konsistenz, ändert aber die Regel selbst nicht.

Drei Irrtümer halten sich hartnäckig. Erstens prüft der VAR laut Regelwerk 2026/27 nicht alles: Ein gepfiffener Einwurf, Eckstoß oder Freistoß wird nach der Ausführung nicht mehr korrigiert, auch wenn der Angriff mit einem Tor endet. Anders beim klar falsch gegebenen Eckstoß, wo der Wettbewerb es vorsieht, und das nur, solange er noch nicht getreten wurde. In der Angriffsphase vor einem Tor erfasst der Check ein Vergehen der angreifenden Mannschaft oder einen Ball, der bereits im Aus war. Zweitens ist nach der Spielfortsetzung in der Regel keine Korrektur mehr möglich, seltene Ausnahmen sind etwa Spielerverwechslung und Tätlichkeiten. Drittens gibt es im Standardmodell keine Trainer-Challenge, die Initiative liegt allein bei den Offiziellen. Ein Großteil des Ärgers über das System entsteht aus dem Ignorieren dieser Grenzen.

Die Wettbewerbe öffnen den Prozess schrittweise: Wiederholungen auf den Stadionleinwänden, Schiedsrichter, die ihre Entscheidung über Stadionmikrofon erklären, nachträglich veröffentlichte Tonaufnahmen aus dem Videoraum. Das Leitprinzip der Regelhüter bleibt unverändert und lohnt die Wiederholung: minimale Einmischung, maximaler Nutzen. Der Videobeweis wurde nie erfunden, um perfekte Schiedsrichterleistungen zu garantieren oder jeden strittigen Zweikampf zu klären. Er soll jene wenigen Fehler tilgen, die Spiele entscheiden und die jeder Zuschauer sofort erkennt.

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Korrektur · 16.09.2026

In diesem Ratgeber hieß es, eine Gelb-Rote Karte sei nicht überprüfbar und der VAR sei nur für vier Kategorien zuständig, Eckstöße ausgenommen. Nach dem Protokoll 2026/27, das am 1. Juli 2026 in Kraft trat, ist eine Rote Karte nach einer klar falschen zweiten Verwarnung überprüfbar, und Wettbewerbe können auch klar falsch gegebene Eckstöße prüfen lassen. Ebenso hieß es, Einwürfe und Eckstöße seien in der Angriffsphase vor einem Tor überprüfbar; nach demselben Protokoll werden sie nach der Ausführung nicht mehr korrigiert, auch nicht in dieser Phase. Außerdem stand hier, die WM 2018 sei das erste Turnier mit VAR gewesen; sie war die erste Weltmeisterschaft mit VAR.

Häufige Fragen

Welche Situationen darf der VAR überprüfen?
Nach dem Protokoll 2026/27 fünf Kategorien: Tor und Entstehung, Strafstoß, Rote Karte (auch nach einer klar falschen zweiten Verwarnung), Spielerverwechslung in beiden Teams und, wo der Wettbewerb es vorsieht, klar falsch gegebene Eckstöße. Ausgeführte Einwürfe und Freistöße werden nicht überprüft, selbst bei einem Tor.
Was bedeutet 'klarer und offensichtlicher Fehler' und warum gilt er nicht beim Abseits?
Gemeint ist eine Entscheidung auf dem Feld, die die Bilder eindeutig als falsch zeigen; im Zweifel bleibt es beim Pfiff des Schiedsrichters, daher laufen die meisten Checks still ab. Abseits ist eine Tatsachenfrage, deshalb gilt das Kriterium dort nicht: Eine Fußspitze genügt, und halbautomatische Systeme entscheiden schneller.
Seit wann steht der Videobeweis in den Fußballregeln?
Nach Tests in der Mitte der 2010er-Jahre nahm das International Football Association Board den Videobeweis 2018 in die Regeln des Spiels auf, und die WM in Russland war die erste mit VAR. Serie A und Bundesliga hatten ihn bereits vorher eingeführt, in Brasilien kam er 2019 im Brasileirão zum Einsatz.

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