Eckball: Regeln der Ausführung und das direkte Eckballtor
Wie ein Eckball nach Regel 17 auszuführen ist, was die 9,15 Meter bedeuten und warum ein direkt verwandelter Eckball als olympisches Tor gilt.

15. August 2026 um 05:11 · vor 43 Std. · 3 Min. Lesezeit
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Ein Eckball ist die Spielfortsetzung, wenn der Ball vollständig über die Torlinie ins Aus geht, ohne im Tor zu landen, und zuletzt von einem Spieler der verteidigenden Mannschaft berührt wurde. Ausgeführt wird er im Eckviertel der Seite, auf der der Ball das Feld verlassen hat, und er darf direkt zum Tor führen. Genau dieser Treffer ohne weitere Berührung heißt in Südamerika und Frankreich olympisches Tor. Alle Einzelheiten, Ballposition, Abstand der Gegner, Zeitpunkt der Spielfortsetzung, regelt Regel 17 der Spielregeln.
Der Ball muss ruhen und im Eckviertel liegen, einem Viertelkreis mit einem Meter Radius; ein Teil des Balls darf über die Linie hinausragen, weil die Linie zum Bereich gehört. Die Eckfahne darf nicht entfernt oder zur Seite gebogen werden, auch nicht für einen freieren Schwung. Die Gegner müssen bis zur Spielfortsetzung mindestens 9,15 Meter vom Eckviertel entfernt bleiben. Der Ball ist im Spiel, sobald er getreten wird und sich deutlich bewegt. Der Ausführende darf ihn erst wieder spielen, wenn ein anderer Spieler ihn berührt hat.
Mehrere Details werden regelmäßig falsch erinnert. Ein direkter Treffer gegen den Gegner zählt, ein direktes Eigentor nicht: fliegt der Ball unmittelbar ins eigene Netz, gibt es Eckball für die andere Mannschaft. Abseits ist bei direkter Annahme aus einem Eckball ausgeschlossen, gilt aber wieder, sobald ein Mitspieler den Ball berührt hat. Kurze Eckbälle auf einen nahen Mitspieler sind erlaubt, selbst der Torhüter darf ausführen. Liegt der Ball außerhalb des Viertelkreises, wird der Eckball einfach wiederholt.
Der Beiname stammt aus dem Jahr 1924. Uruguay hatte kurz zuvor das olympische Fußballturnier in Paris gewonnen und kassierte in einem Spiel gegen Argentinien in Buenos Aires ein Tor, das Cesáreo Onzari direkt von der Ecke erzielte. Die argentinische Presse spottete über die Olympiasieger, und der Ausdruck gol olímpico setzte sich auf dem Kontinent durch. Im deutschsprachigen Raum fehlt ein solcher Spitzname, weshalb man nüchtern vom direkt verwandelten Eckball spricht, in der Bundesliga eine Seltenheit, die entsprechend lange in Erinnerung bleibt.
Die Seltenheit hat physikalische Gründe. Der Schütze muss den Ball mit starkem Seitendrall zurück in Richtung Tor krümmen, der Magnus-Effekt, und ihn gleichzeitig außerhalb der Reichweite eines Torhüters halten, der die gesamte Flugbahn sieht. Eine mit dem linienfernen Fuß getretene, nach innen gedrehte Flanke zieht von selbst zum Tor; Wind, ein überfüllter Torraum und ein in der Sicht behinderter Keeper helfen zusätzlich. Da jede Berührung eines anderen Spielers das Kunststück zunichtemacht, muss der Ball über zwanzig Meter unbehindert kurven.
Zwei Irrtümer halten sich hartnäckig. Erstens: Der Ball müsse das Eckviertel verlassen, um im Spiel zu sein. Tatsächlich genügt ein Tritt mit deutlicher Bewegung, weshalb schon eine minimale Berührung den Ball freigibt. Zweitens: Bei Eckbällen gebe es überhaupt kein Abseits. Beim ersten Zuspiel nicht, danach sehr wohl. Wer den Mindestabstand von 9,15 Metern wiederholt unterläuft, kann außerdem verwarnt werden, Regeltreue gilt auch für scheinbar harmlose Standards.
Im modernen Spiel sind Eckbälle einstudierte Abläufe: fester Schütze, Blocks, Zonen- oder Manndeckung und ein Verteidiger auf der Torlinie. Gegen diese Organisation überlebt der direkt verwandelte Eckball als glücklicher Zufall aus Technik und Geometrie, halb Absicht, halb Windstoß. Die Regel selbst ist seit Generationen fast unverändert, und darin liegt ihr Reiz: derselbe Viertelkreis, dieselbe unantastbare Eckfahne und dieselbe Chance, dass eine einzige Flanke zwanzig Spieler überlistet.
Häufige Fragen
- Zählt ein direkt verwandelter Eckball als Tor?
- Ja. Ein Eckball darf direkt ins gegnerische Tor verwandelt werden, ohne dass ein weiterer Spieler den Ball berührt. Ein direktes Eigentor zählt dagegen nicht: dann erhält der Gegner einen Eckball.
- Gibt es beim Eckball Abseits?
- Bei der direkten Annahme aus einem Eckball ist Abseits nicht möglich. Sobald ein Mitspieler den Ball berührt hat, gilt die Abseitsregel wieder wie gewohnt.
- Welchen Abstand müssen Gegenspieler beim Eckball einhalten?
- Mindestens 9,15 Meter vom Eckviertel, bis der Ball im Spiel ist. Im Spiel ist der Ball, sobald er getreten wurde und sich deutlich bewegt.
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