Europa League und Conference League: So funktionieren die Formate
Der Überblick: Ligaphase, Playoff-Runde, Qualifikationswege und was der Titel den Siegern beider Wettbewerbe sportlich konkret einbringt.

15. August 2026 um 07:25 · vor 41 Std. · 2 Min. Lesezeit
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Europa League und Conference League sind der zweite und der dritte Klubwettbewerb der UEFA, angesiedelt unterhalb der Champions League. Beide werden überwiegend donnerstags gespielt, beide stehen Klubs offen, die sich über die Platzierung in der heimischen Liga oder über den nationalen Pokalsieg qualifizieren, und beide enden mit einem Endspiel an neutralem Ort. Das Bild einer Pyramide hilft: Champions League an der Spitze, Europa League direkt darunter, Conference League als breite Basis, die auch kleineren Verbänden einen realistischen Weg nach Europa eröffnet.
Seit der Reform zur Saison 2024/25 beginnen beide Wettbewerbe mit einer Ligaphase nach Schweizer Modell. 36 Klubs stehen in einer einzigen Tabelle, doch niemand spielt gegen alle. In der Europa League erhält jede Mannschaft acht verschiedene Gegner aus vier Lostöpfen, vier Partien zu Hause, vier auswärts. In der Conference League sind es sechs Spiele, je eines gegen einen Klub aus jedem der sechs Töpfe. Drei Punkte für einen Sieg, einer für ein Remis, die Tabellenposition entscheidet alles Weitere.
Entscheidend sind die Trennlinien. Die besten acht jeder Tabelle ziehen direkt ins Achtelfinale ein. Die Klubs auf den Plätzen neun bis 24 spielen im Februar eine Playoff-Runde mit Hin- und Rückspiel um die restlichen Startplätze. Ab Platz 25 ist der Wettbewerb beendet, ohne Nachrückerregel und ohne Wechsel in einen anderen Wettbewerb. Vom Achtelfinale an gilt der klassische K.-o.-Modus über zwei Spiele, bei Gleichstand nach Toren folgen Verlängerung und Elfmeterschießen.
Die Zugänge sind vielfältig. Die meisten Plätze stammen aus Ligaplatzierungen und Pokalsiegen, hinzu kommen Klubs, die in der Champions-League-Qualifikation scheitern und dafür in die Europa League oder Conference League rutschen. Der sportliche Gegenwert ist messbar: Der Europa-League-Sieger erhält einen Startplatz in der Ligaphase der folgenden Champions-League-Saison, der Conference-League-Sieger steigt in die Europa League auf. Dazu kommen Prämien und Koeffizientenpunkte, die über die künftige Zahl der Startplätze eines Landes mitentscheiden.
Die Europa League hat Tradition. Sie ging aus dem Messepokal hervor, hieß ab Anfang der 1970er-Jahre UEFA-Pokal, übernahm das Erbe des Ende der 1990er eingestellten Europapokals der Pokalsieger und trägt seit 2009 ihren heutigen Namen. Sevilla hat den Titel häufiger gewonnen als jeder andere Klub. Aus deutscher Sicht bleiben Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen feste Bezugspunkte der Wettbewerbsgeschichte. Die Conference League ist deutlich jünger: 2021 eingeführt, um den Zugang zu verbreitern, gewann die AS Rom die erste Auflage.
Zwei Irrtümer halten sich hartnäckig. Erstens gelten die Turniere vielen als Trostpreis, obwohl sie für Klubs außerhalb der Elite der schnellste Aufstiegsweg in die Champions League sind. Zweitens der alte Fallschirm: Früher rutschten Gruppendritte der Champions League in die Europa League, das neue Format hat dieses Sicherheitsnetz abgeschafft. Ausscheiden bedeutet heute Ausscheiden. Und die Auswärtstorregel wurde 2021 gestrichen, ein Unentschieden in der Fremde bringt also keinen versteckten Vorteil mehr.
Häufige Fragen
- Qualifiziert sich der Europa-League-Sieger für die Champions League?
- Ja. Der Titelträger erhält unabhängig von seiner Ligaplatzierung einen Startplatz in der Ligaphase der Champions League der Folgesaison. Das ist der größte sportliche Anreiz des Wettbewerbs.
- Was bekommt der Sieger der Conference League?
- Der Conference-League-Sieger startet in der folgenden Saison in der Ligaphase der Europa League. Zusätzlich gibt es Prämien und Koeffizientenpunkte für den nationalen Verband.
- Wie viele Spiele umfasst die Ligaphase?
- In der Europa League sind es acht Partien, vier zu Hause und vier auswärts. In der Conference League werden sechs Spiele ausgetragen, drei daheim und drei in der Fremde.
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