Hattrick, Poker und Co.: Fußball-Begriffe präzise erklärt
Hattrick, Dreierpack, Poker, weiße Weste: was die bekanntesten Fußballbegriffe genau bedeuten, woher sie kommen und warum die Definitionen international abweichen.


Ein Hattrick bezeichnet drei Tore eines Spielers in einem Spiel, ein Poker vier Treffer desselben Spielers in derselben Partie. Beide Begriffe stehen nicht in den Fußballregeln, die den Ablauf des Spiels regeln, aber nichts darüber sagen, wie viele Tore einem Einzelnen zugeschrieben werden. Es sind Konventionen aus den Pressekabinen, von den Fans übernommen und schließlich zur Alltagssprache geworden. Wer sie versteht, versteht auch, wie der Fußball seinen Wortschatz bildet: teils englische Tradition, teils Anleihen aus anderen Sportarten und Kartenspielen.
Im weit verbreiteten internationalen Sinn genügen für einen Hattrick drei Tore in einer Partie, unabhängig von Reihenfolge, Abstand und Technik. Elfmeter zählen, Tore in der Verlängerung zählen, und ein abgelenkter Schuss wird dem Angreifer in der Regel gutgeschrieben, wenn er auf das Tor ging. Treffer im Elfmeterschießen zählen nie, weil das Schießen ein Entscheidungsverfahren und kein Teil des Ergebnisses ist. Für zwei Tore sagt man im Deutschen Doppelpack, im Englischen brace, im Italienischen doppietta.
Was als Tor eines Spielers zählt
Nicht jedes Tor hat einen eindeutigen Torschützen. Die offizielle Statistik geht mit dem Zweifel strenger um als die Kneipendiskussion. Ein Eigentor zählt nie zur Bilanz des Schützen: Opta, der offizielle Datenlieferant der Premier League, schreibt das Tor der begünstigten Mannschaft zu, ohne einen einzelnen Angreifer zu nennen. Ein Tor im Elfmeterschießen zählt ebenfalls nicht. Das Schießen beginnt erst, nachdem die Partie offiziell beendet ist, und das festgehaltene Ergebnis behandelt das Spiel bis dahin als Unentschieden, unabhängig vom Ausgang der Schüsse.
Für Diskussionsstoff sorgt die Ablenkung: Ging der ursprüngliche Schuss bereits aufs Tor, bleibt das Tor beim Schützen. Lenkt ein anderer Spieler einen Schuss, der sonst vorbeigegangen wäre, entscheidend ins Netz um, wandert die Gutschrift zu ihm. Die Premier League klärt solche Fälle mit einem festen Gremium, dem Goal Accreditation Panel, bis vor kurzem Dubious Goals Committee genannt: drei Personen, ein Vertreter von Pro Ref und zwei Fußballexperten, die den Fall prüfen, sobald die Urheberschaft unklar ist. Ihre Namen bleiben geheim, um die Entscheidung vor Druck von Vereinen oder Spielern zu schützen.
Die Urheberschaft eines Tores ist keine Spielerei für Statistiker. Spielerverträge enthalten regelmäßig Torprämien, Torschützenkönig-Auszeichnungen hängen von der exakten Zahl ab, und ein Rennen um eine Torjägerkanone, das an einem falsch zugeordneten Tor entschieden wird, wird zum Image-Problem für den Wettbewerb selbst. Außerhalb der Premier League gibt es diese Strenge nicht mit derselben öffentlichen Bühne: Diese Recherche fand für Bundesliga, LaLiga, Serie A, Ligue 1 oder Brasileirão keinen mit demselben Detailgrad veröffentlichten Statistik-Schiedsprozess, was nicht beweist, dass keiner existiert, nur dass keiner der fünf ihn so öffentlich macht wie die Premier League.
Der Videobeweis hat den Moment verändert, in dem ein Hattrick offiziell wird. Ein drittes Tor, das der VAR wegen Abseits oder eines Fouls im Spielaufbau zurücknimmt, zählt statistisch nie, selbst wenn der Jubel auf dem Platz schon stattgefunden hat. Der Hattrick entsteht erst, wenn die Schiedsrichter das Tor bestätigen, nicht in dem Moment, in dem der Ball für die Tribüne zum ersten Mal die Linie überquert.
| Situation | Zählt für den Hattrick? |
|---|---|
| Im Spiel verwandelter Elfmeter | Zählt |
| Tor in der Verlängerung | Zählt |
| Schuss ging schon aufs Tor, wurde dann abgefälscht | Zählt, gutgeschrieben dem Schützen |
| Schuss ging vorbei, ein anderer Spieler lenkte ihn hinein | Zählt, gutgeschrieben dem letzten Kontakt |
| Eigentor | Zählt nicht, geht auf das Konto des Gegners ohne Torschützen |
| Tor im Elfmeterschießen, nach Unentschieden | Zählt nicht, das Schießen läuft erst nach Spielende |
Die deutsche Tradition und der Dreierpack
Die deutsche Tradition ist strenger als der Rest der Welt. Hierzulande galt lange: ein echter Hattrick besteht aus drei Toren innerhalb einer Halbzeit, in direkter Folge, ohne dazwischenliegenden Treffer einer anderen Person. Deshalb existiert der Begriff Dreierpack als neutralere Alternative für drei Tore über die gesamte Spielzeit verteilt. Der perfekte Hattrick meint dagegen ein Tor mit dem rechten Fuß, eines mit dem linken und eines per Kopf. Offiziell festgeschrieben ist keine dieser Varianten.
Es gibt einen Fachbegriff für die strengste Version des Hattricks, und er steckt sogar im Duden selbst: der lupenreine Hattrick. Die Bedingung ist doppelt, alle drei Tore in derselben Halbzeit, in direkter Folge, ohne dass ein anderer Spieler dazwischen trifft. Das ist keine Regel eines Verbands, sondern Wörterbuch und Sportpresse, die an einem Strang ziehen. Am 11. Mai 2025 lieferte der eigene Nachwuchs ein Lehrbuchbeispiel: In der U17 von Borussia Mönchengladbach, im Viertelfinale der DFB-Nachwuchsliga, traf Niko Horvat in der 63., 78. und 88. Minute beim 4:3-Sieg gegen Hoffenheim, und der DFB selbst beschrieb die Leistung auf seiner offiziellen Website als lupenreinen Hattrick.
Das ist kein Einzelfall. Eine offizielle Quelle der Bundesliga selbst verzeichnete am selben Spieltag, dem 23. der Saison 2024/25, am 22. Februar 2025, ein weiteres Paar solcher Fälle: Serhou Guirassy erzielte alle drei Tore von Borussia Dortmund in der 75., 80. und 83. Minute gegen Union Berlin, und Alexis Claude-Maurice traf für Augsburg in der 55., 61. und 70. Minute gegen Mönchengladbach selbst, zwei lupenreine Hattricks am selben Spieltag.
Keine der anderen fünf Sprachen dieses Leitfadens hat dieselbe Bedingung ins Wörterbuch aufgenommen. Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch und Portugiesisch behandeln jede Dreiergruppe von Toren im selben Spiel als Hattrick, Punkt, und heben die strengere Version nur für ein loses Adjektiv auf, klassisch oder perfekt. Keine historische Quelle, die für diesen Leitfaden geprüft wurde, erklärt das Warum. Was sich belegen lässt, ist das Muster: Dieselbe Sprache, die auch Dreierpack, Doppelpack und die lockereren Viererpack und Fünferpack hervorgebracht hat, von denen es die letzten beiden nicht einmal in den Duden geschafft haben, ist diejenige, die die Ausnahme am liebsten mit der Präzision eines Regelwerks benennt.
Der Ausdruck selbst stammt aus dem Cricket. Im England des 19. Jahrhunderts erhielt ein Werfer, der drei Gegner mit drei aufeinanderfolgenden Bällen ausschaltete, einen Hut, mitunter finanziert durch eine Sammlung unter den Zuschauern, mitunter gestiftet vom Klub. Der Fußball übernahm den Begriff in der Phase der Professionalisierung, und das Bild des Hutes als Belohnung für eine seltene Leistung überlebte den Brauch selbst. Ein Rest des Rituals ist geblieben: Der Torschütze darf den Spielball behalten.
Die meistzitierte Herkunftsgeschichte verortet den Hattrick auf einem englischen Cricket-Feld. 1858 spielte der Profi-Werfer Heathfield Harman Stephenson aus Surrey für die All-England Eleven gegen zweiundzwanzig Amateure aus Hallam und Staveley, als er drei Schlagmänner mit drei aufeinanderfolgenden Würfen ausschaltete, auf dem Hyde Park Ground in Sheffield, einem Platz, der sich den Namen mit dem Londoner Park teilt, ohne dieser zu sein. Der zeitgenössische Bericht, veröffentlicht in Bell's Life in London and Sporting Chronicle am 12. September 1858, hält fest, dass ihm die Leistung einen neuen Hut einbrachte, gestiftet von der eigenen Mannschaft.
Das Wort selbst ist jünger als die Leistung. Der Bericht von 1858 spricht von einem Hut, nicht von einem Hattrick, und wann der Ausdruck erstmals gedruckt erschien, ist bis heute offen: Eine Version nennt 1865, in einer Zeitung aus Chelmsford, eine andere nennt den 28. August 1878, als der australische Werfer Fred Spofforth drei englische Schlagmänner nacheinander in Hastings ausschaltete und die Zeitung The Sportsman die Leistung am nächsten Tag festhielt, fast zwanzig Jahre nach Stephenson. Der Fußball erbte nie den Hut selbst, nur die Metapher: Dem Torschützen eines Hattricks den Spielball zu überreichen, ist ein eigener Brauch des Sports, ohne belegte Verbindung zur Cricket-Belohnung außer dem gemeinsamen Namen.
Historische Fixpunkte des Hattricks
Historische Fixpunkte gibt es genug. Der berühmteste Hattrick bleibt jener von Geoff Hurst für England im WM-Finale 1966, der erste in einem Endspiel dieses Turniers und über viele Jahrzehnte der einzige. In der Bundesliga steht Gerd Müller für die Kunst des seriellen Torejägers, und Robert Lewandowski gelangen als Einwechselspieler fünf Treffer in weniger als zehn Minuten, ein Ausnahmefall, der die Grenzen des Möglichen verschoben hat. Solche Serien sind selten, weil moderne Defensivorganisation und Rotation sie erschweren.
Vor Mbappé hatte das nur Geoff Hurst geschafft. Im Finale 2022 traf der Franzose in der 80. Minute per Elfmeter und erzielte kurz darauf ein weiteres Tor zum 2:2-Ausgleich gegen ein bis dahin führendes Argentinien. Frankreich musste in der Verlängerung trotzdem die argentinische Führung hinnehmen, doch Mbappé verwandelte in der 118. Minute einen dritten Treffer, wieder per Elfmeter, innerhalb der Spielzeit und vor jedem Elfmeterschießen, zum 3:3-Endstand. Argentinien holte den Pokal im Elfmeterschießen, mit 4:2, doch Mbappés Hattrick stand da schon fest, der zweite der Geschichte in einem WM-Finale, fast sechzig Jahre nach Hurst.
Das Finale 2026, ausgetragen am 19. Juli, endete 1:0 für Spanien gegen Argentinien, Tor von Ferran Torres in der Verlängerung, ohne einen einzigen Hattrick auf dem Platz: Stand der Recherche für diesen Text bleiben Hurst und Mbappé die einzigen beiden.
| Rekord | Wer, wann |
|---|---|
| Schnellster Hattrick der Premier-League-Geschichte | Sadio Mané, 2 Minuten 56 Sekunden, Southampton 6:1 Aston Villa, 16. Mai 2015 |
| Erster Hattrick in einem WM-Finale | Geoff Hurst, England 4:2 Westdeutschland, 1966 |
| Zweiter Hattrick in einem WM-Finale; im Finale 2026 gab es keinen | Kylian Mbappé, Frankreich 3:3 Argentinien, Argentinien Weltmeister nach 4:2 im Elfmeterschießen, 2022 |
| Erster Elfmeter-Hattrick der Premier-League-Geschichte | Justin Kluivert, für Bournemouth, drei Elfmeter beim 2:4 von Bournemouth bei Wolverhampton, 30. November 2024 |
| Meiste Tore eines Spielers in einem einzigen WM-Spiel | 5 Tore, in beiden Turnieren dieselbe Zahl: Oleg Salenko, Russland 6:1 Kamerun, 28. Juni 1994; Michelle Akers, USA 7:0 Chinesisch-Taipeh, 24. November 1991; Alex Morgan, USA 13:0 Thailand, 11. Juni 2019 |
Die WM 2026 sicherte sich einen Platz auf dieser Liste, noch bevor das Finale überhaupt gespielt wurde. Lionel Messi eröffnete den Reigen im Auftaktspiel Argentiniens, mit drei Toren gegen Algerien am 16. Juni. Jonathan David zog für Kanada nach, beim 6:0 gegen Katar zwei Tage später. Ousmane Dembélé erzielte alle drei französischen Tore beim 4:1 gegen Norwegen am 26. Juni. Und Bukayo Saka schloss die Liste schon in der K.-o.-Runde ab, mit drei Toren beim 6:4 gegen Frankreich selbst, im Spiel um Platz drei, am 18. Juli. Vier Hattricks bei einer einzigen WM, und keiner davon im Finale.
Der Rekord für Tore eines Spielers in einem einzigen WM-Spiel ist in beiden Turnieren derselbe: fünf Tore. Bei den Männern hält ihn Oleg Salenko, für Russland, beim 6:1 gegen Kamerun am 28. Juni 1994. Bei den Frauen wurde die Zahl zweimal erreicht: von Michelle Akers, für die USA, beim 7:0 gegen Chinesisch-Taipeh am 24. November 1991, und von Alex Morgan, ebenfalls für die USA, beim 13:0 gegen Thailand am 11. Juni 2019. 2026 kam keiner in die Nähe: Alle vier Hattricks des Turniers blieben bei je drei Toren stehen.
Ein Hattrick in einem Spiel ist eine datierbare Tatsache, festgelegt mit dem Schlusspfiff. Eine Hattrick-Bilanz über die Karriere ist eine andere Sache, weil sie sich jede Woche ändert, in der ein Spieler weiter aufläuft, und genau da stolpert der Vergleich, der in sozialen Netzwerken am häufigsten kursiert. Der von Guinness World Records anerkannte Rekord gehört nicht einmal einem der vier Namen, die diesen Vergleich dominieren: Er gehört Pelé, mit 92 Hattricks bei Santos, New York Cosmos und der brasilianischen Nationalmannschaft zusammen, einer Zahl aus einer anderen Ära, die bis heute keinen ernsthaften Herausforderer hat.
| Spieler | Was sich bestätigen lässt | Quelle und Datum |
|---|---|---|
| Cristiano Ronaldo | 66 Hattricks, Verein und Nationalmannschaft zusammen | Planet Football, 30. August 2026 |
| Lionel Messi | 62 Hattricks, Verein und Nationalmannschaft zusammen, bereits mit dem Hattrick der WM 2026 gegen Algerien | Planet Football, 30. August 2026 |
| Robert Lewandowski | 6 Hattricks für Polen, die Zahl kursiert aber nur auf Fan-Statistikseiten, ohne offizielle Zählung des polnischen Verbands; keine verlässlich belegte Karrierebilanz über alle Vereine hinweg gefunden | Fan-Statistikseiten, nicht der Verband, Stand 10. Oktober 2019 |
| Harry Kane | 9 Hattricks allein in der Bundesliga, ohne Premier League oder Nationalmannschaft, keine verlässlich belegte Karrierebilanz zum Zeitpunkt dieses Textes | Bundesliga.com, 23. September 2025 |
Über die Sprachgrenzen wächst das Vokabular. Spanisch kennt poker für vier und manita, das Händchen, für fünf Tore; italienisch tripletta, poker und pokerissimo; französisch doublé, triplé, quadruplé; deutsch die Paketreihe von Doppelpack bis Fünferpack. Englisch hat außer hat-trick nie ein festes Wort gefunden. Vorsicht bei einem falschen Freund: Das spanische triplete meint meistens drei Titel in einer Saison und nicht drei Tore in einem Spiel. Der Zusammenhang entscheidet, welche Bedeutung gilt.
Das Glossar der sechs Sprachen
Der Vergleich hinter dieser Übersicht hat in fast jeder Sprache eine Falle, nicht nur im Spanischen. Auf Portugiesisch taucht tripleta manchmal in Schlagzeilen für drei gewonnene TITEL in derselben Saison auf, derselbe Ausrutscher, den das Spanische mit triplete macht, einem Wort, das die RAE erst seit 2021 auch im Sinn von drei Toren eines Spielers anerkennt, neben dem älteren Sinn von drei Titeln, und wer beide Bedeutungen ohne Warnung benutzt, lässt den Leser im Unklaren, ob es um ein Tor oder einen Pokal geht. Das Deutsche hat die Doppeldeutigkeit im eigenen Haus: Der Duden führt eine zweite Bedeutung für Hattrick, jeden dreifachen Erfolg in einer Meisterschaft oder Ähnlichem, ganz ohne Tore, und nur der Zusammenhang trennt das von drei Toren in einem Spiel.
| Tore eines Spielers | Deutsch | Englisch | Spanisch | Französisch | Italienisch | Portugiesisch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 2 | Doppelpack | brace | doblete | doublé | doppietta | umschrieben, zweimal getroffen |
| 3 | Hattrick oder Dreierpack | hat-trick | hat-trick | triplé | tripletta | hat-trick |
| 4 | Viererpack | umschrieben, four-goal haul | póker | quadruplé | poker | poker |
| 5 | Fünferpack | umschrieben, five-goal haul | umschrieben, cinco goles | quintuplé | pokerissimo oder cinquina | umschrieben, cinco gols |
Die Tabelle verdeckt eine Asymmetrie, die es wert ist, benannt zu werden. Doppietta im Italienischen, hat-trick im Englischen und Portugiesischen, und Hattrick im Deutschen haben einen Wörterbucheintrag, der das Fußballtor bereits benennt; das Spanische hat ebenfalls einen Eintrag, aber für ein anderes Wort: Die Fundéu empfiehlt triplete anstelle des Lehnworts hat-trick, und die RAE erkennt diesen Sinn, drei Tore eines Spielers, bei triplete erst seit 2021 an, auch wenn die spanischsprachige Presse im Alltag weiter hat-trick bevorzugt. Das Französische bewahrt den Tor-Sinn nur im Wiktionary, nicht im Larousse. Das Deutsche wiederum hat Viererpack und Fünferpack, die durch die Zeitungen laufen, ohne je in den Duden aufgenommen worden zu sein. Und pokerissimo, das charmanteste der fünf, wird sowohl für fünf Tore eines Spielers als auch für einen 5:0-Sieg einer Mannschaft benutzt, eine Doppeldeutigkeit, die die italienische Sportpresse selten auflöst.
Auch abseits der Torjagd hat der Fußball alles benannt. Zu Null spielen oder die weiße Weste behalten heißt, ohne Gegentreffer zu bleiben; der Assist ist die direkte Torvorlage; der Tunnel oder Beinschuss schickt den Ball durch die Beine des Gegners. Der Panenka, der gelupfte Elfmeter in die Mitte, trägt den Namen des tschechischen Mittelfeldspielers, der ihn in einem Endspielelfmeterschießen wagte. Der häufigste Denkfehler ist, all diese Begriffe für offizielle Terminologie zu halten: Sie sind lebendige Konventionen.
Andere Tricks, andere Namen
Hattrick und Poker haben eine diskutable Herkunft und ein diskutables Geburtsdatum, aber wenigstens einen wahrscheinlichen Urheber. Viele andere Tricks im Fußball streiten sich gleich zwischen zwei oder drei Ländern um die eigene Urheberschaft, und das einzig Ehrliche ist, den Streit zu benennen, statt so zu tun, als gäbe es ihn nicht.
| Trick | Ursprung | Wann und wo |
|---|---|---|
| Panenka | Antonín Panenka, beim fünften Elfmeter des Schießens im EM-Finale gegen Westdeutschland | 20. Juni 1976, Roter-Stern-Stadion, Belgrad |
| Olympisches Tor, direkter Eckball | Cesáreo Onzari, direkt aus einer Ecke gegen Uruguay, den damals amtierenden Olympiasieger | 2. Oktober 1924, Buenos Aires |
| Rabona | Ricardo Infante von Estudiantes de La Plata, das rechte Bein hinter dem linken gekreuzt; die Quellen widersprechen sich beim Ursprung des Tors, ein Schuss aus etwa 35 Metern Entfernung nach dem Abpraller eines Schusses von Julio Gagliardo (die verbreitetste Version, auch auf der Website des Vereins selbst) oder ein kurzer Abpraller nach einem Pfostentreffer; die Zeitschrift "El Gráfico" schrieb am 7. Oktober 1948, der Treffer sei "no tiene reconstrucción posible" | 19. September 1948, gegen Rosario Central |
| Fallrückzieher | Umstritten zwischen drei Ländern: dem Chilenen Ramón Unzaga um 1914, Hafenarbeitern aus dem peruanischen Callao seit etwa 1892, der chalaca, und dem Brasilianer Petronilho de Brito, dem Leônidas da Silva selbst den Trick zuschrieb | kein Konsens, selbst der Verband CONMEBOL behandelt es als offenen Streit |
| Trivela, Außenristschuss | Der Trick selbst ist klar definiert, ein Schuss mit der Außenseite des Fußes, um dem Ball Effet zu geben; die Herkunft des Wortes gilt in portugiesischen Wörterbüchern als ungeklärt | kein verlässliches Ursprungsdatum |
Trivela ist der seltsamste Fall: Der Trick hat einen festen Namen und eine Wörterbuchdefinition, aber niemand weiß genau, woher das Wort stammt, und die meistzitierte Theorie, ein Zimmermannswerkzeug, das sich dreht wie der Fuß des Spielers, taucht in keinem für diesen Text geprüften seriösen Wörterbuch auf. Das englische nutmeg, der Ball, der durch die Beine des Gegners geschoben wird, hat dasselbe Problem: Die am häufigsten erzählte Erklärung, verbunden mit Muskatnuss-Handelsbetrug im 19. Jahrhundert, konkurriert mit mindestens zwei weiteren Theorien, und kein Forscher hat geklärt, welche davon stimmt. Der Fußball liebt eine Kneipen-Etymologie. Sie hält nicht immer der Überprüfung stand.
Sollte ein Hattrick drei Tore in Folge verlangen?
Wir haben einen Fehler korrigiert: Wir schrieben, im Spanischen heiße "manita" fünf Tore eines einzelnen Spielers. Manita bezeichnet den 5:0-Sieg einer Mannschaft, nicht die Tore eines Einzelnen. Außerdem haben wir richtiggestellt, welcher Hattrick-Typ wirklich lupenreiner Hattrick heißt, nicht der mit Fuß, Fuß und Kopf.
Wir haben ein Detail zum Ursprung der Rabona korrigiert: Der zeitgenössische Pressebericht (Zeitungen El Mundo und Democracia, 19. September 1948) beschreibt einen Abpraller aus kurzer Distanz nach einem Pfostentreffer, keinen Schuss aus 35 Metern.
Korrektur (21. September 2026): Der Text behauptete, der Männerrekord für Tore in einem einzigen WM-Spiel "ist deutlich bescheidener als der der Frauen". Der Rekord ist in Wirklichkeit in beiden Turnieren derselbe, fünf Tore, von Oleg Salenko (1994) bei den Männern sowie von Michelle Akers (1991) und Alex Morgan (2019) bei den Frauen. Der Text behauptete außerdem: "Am 11. Mai 2025 lieferte die Bundesliga ein Lehrbuchbeispiel" beim Hattrick von Niko Horvat. Tatsächlich war das ein Spiel der U17-Mannschaft, im Viertelfinale der DFB-Nachwuchsliga, nicht der Profi-Bundesliga. Wir haben außerdem die Zuschreibung an NPR entfernt: Der Sender hat den Satz "Die Aufzeichnungen reichten nicht aus, um das Datum genau festzulegen" zum ersten gedruckten Gebrauch von "Hattrick" nie so gesagt. Und die heutige Korrektur zur Rabona von Ricardo Infante stellte die Version "einen Abpraller aus kurzer Distanz nach einem Pfostentreffer" als gesichert dar, obwohl sich die zeitgenössischen Quellen widersprechen: Die verbreitetste Version, auch auf der Website von Infantes eigenem Verein, spricht von einem Schuss aus etwa 35 Metern, nicht von einem kurzen Kontakt. Die Rekordtabelle wiederholte den Fehler und nannte beim Rekord für die meisten Tore in einem WM-Spiel nur die beiden Amerikanerinnen: Jetzt stehen dort alle drei.
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Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen Hattrick und Dreierpack?
- Nach klassischer deutscher Lesart erfordert ein Hattrick drei Tore in einer Halbzeit, in direkter Folge und ohne Treffer eines anderen Spielers dazwischen. Ein Dreierpack meint dagegen einfach drei Tore eines Spielers über das gesamte Spiel verteilt, was international ohnehin als Hattrick gilt.
- Woher kommt der Begriff Hattrick?
- Er stammt aus dem Cricket, wo ein Werfer für drei Gegner mit drei aufeinanderfolgenden Bällen mit einem Hut belohnt wurde. Der Fußball übernahm das Wort für drei Tore eines Spielers, und der Spielball als Geschenk erinnert noch an diesen Brauch.
- Wie viele Tore sind ein Poker?
- Ein Poker sind vier Tore eines Spielers in einem Spiel, im Deutschen auch Viererpack genannt. Fünf Treffer heißen im Deutschen Fünferpack. Manita passt dafür im Spanischen nicht, das Wort bezeichnet einen 5:0-Sieg einer Mannschaft, nicht die Tore eines einzelnen Spielers; im Italienischen ist pokerissimo gebräuchlich, auch wenn kein Wörterbuch den Ausdruck führt.





